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Vergeudetes Leben

Die GIER ist die uns Menschen, die Gesellschaft und diesen Planeten umwälzende Macht. Menschen werden getrimmt auf Konkurrenz und Aneignung. Es zählt, sich zu holen was geht, sich durchzusetzen, die Nase vorne zu haben und sich so kurzfristig über andere erhoben zu fühlen statt sinnvolle und nachhaltige Beiträge in ein auf stille Weise zusammenhängendes Gesamtsystem einzubringen.

 

Inhaltliche Erläuterung zum Werk

Dieses Bild und der dazugehörige Samtkoffer sind eine Einladung Illusionen loszulassen. Das Format ist einem Brillanten nachempfunden.

Im Zentrum steht als Umriss und Ausgangspunkt ein Mensch mit seinen Bedürftigkeiten. Welchem Drängen gibt er nach? Welchen Lockungen läuft er hinterher? Welche Unruhen und Haltlosigkeiten machen ihn anfällig für die Hoffnung, durch ein offensives Um-sich-Greifen Beruhigung und Halt zu finden und auf diese Weise den inneren Hunger zu stillen? Dieser Hunger wird zunehmend zum tragenden und identitätsstiftenden zweiten „Knochengerüst“. Er ist sich selbst der nächste und fordert zügellos. Solch ein Mensch ist unheilvoll überwölbt vom schwebenden Dämon der Gier, der mit unerbittlicher Faust die Mitwelt niederdrückt! Der Kopf ist ein riesiger Schlund, die zweite Hand eine gefährliche Sichel, die letztlich auch sich selbst das Standbein durchtrennt.

Diese Lebensausrichtung hinterlässt aufgrund ihres nie gestillten Hungers Berge an ausgelagertem Schmerz und - außen wie innen - ein „wüstes Land“.

„Verlorenes Leben“

Buntstift, Dispersion, Acryl und Glasscherben auf Bildträger aus Kirschenvollholz

120 x 77 cm / 2016